Einlagensicherung und Garantie?

Ist auf der Bank mein Geld wirklich sicher?

Ja, denn es gibt ja den Einlagensicherungsfonds. Wahrheit – oder Wunschglaube? Viele Sparer akzeptieren sehr geringe Zinsen und vertrauen darauf, dass ihr Geld bei der Bank sicher angelegt ist. Die Banken freuen sich, denn der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken genießt immer noch ein sehr hohes Maß an Vertrauen. Insgesamt liegt bei deutschen Banken die gigantische Geldsumme vom ca. 1,8 Billionen Euro.

Beleuchten wir die Sicherheit einmal aus verschiedenen Perspektiven:

Kann eine Bank Pleite gehen?

Ja, leider schon – zum Glück ist dies in Deutschland noch nicht so häufig vorgekommen (15 Bankpleiten seit 2000), aber Phoenix Kapitaldienst GmbH und Privatbank Reithinger GmbH & Co. KG und Weserbank sind alles Bankinstitute, die eine Pleite hinter sich haben – oder durch eine Pleite ganz vom Markt verschwunden sind.

Wo ist Ihr Geld, wenn die Bank Pleite geht?

Für das Geld, das Sie zu Ihrer Bank bringen, erhalten Sie ein Dokument, z. B. Kontoauszug oder eine schicke Urkunde mit der Zahl des von Ihnen angelegten Geldbetrages. Beides sind keine Zahlungsmittel und im extrem Fall wertlos. Das von Ihnen bei der Bank angelegte Geld wird von der Bank nicht im Tresor gelagert, sondern in Form von Krediten und anderen Beteiligungen selber investiert. Im Falle einer Insolvenz ist also gerade nicht mehr genügend Geld da um die Verbindlichkeiten zu befriedigen.

Wussten Sie, dass seit 1. Januar 2015 in Deutschland die Sparer haften?

Gerät eine Bank in Schieflage, haften seit 1.Jan.2015 Eigentümer und Gläubiger (Sparer), nicht wie bisher die Steuerzahler, für die Rettung maroder Banken.

Doch zum Glück gibt es die Einlagensicherung. Wie glaubwürdig ist diese Garantie?

Wer einen Blick in die Statuten des Einlagensicherungsfonds wirft, wird feststellen, dass Bankkunden in Deutschland im Ernstfall keinen Rechtsanspruch auf Leistungen haben, d. h. die Forderung kann von den Anlegern nicht eingeklagt werden. Außerdem wird der Fonds nur solche Ansprüche entschädigen, die auf einzelne Bankpleiten zurückzuführen sind. Sobald die Bank auf eine „Systemkrise“ also eine alle Markteilnehmer treffende Ursache verweisen kann, kommt es nicht zum Entschädigungsfalle – Fazit: Sie bekommen kein Geld. Damit haben wir ein echtes Totalverlustrisiko.

Im Bereich Beteiligungen müssen alle Anbieter von Kapitalanlagen in Ihren Prospekten auf Chancen und Risiken ebenso wie auf das mögliche Totalverlustrisiko hinweisen. Banken sind hiervon nicht betroffen,
d. h. sie müssen in Ihren Verkaufsunterlagen nicht auf einen möglichen Totalverlust aufmerksam machen. Ein solcher Hinweis in den Verkaufsunterlagen würde Vertrauen und Finanzsystem gefährden.

Klar ist: Eine Absicherung ohne Rechtsanspruch ist: Totalverlustrisiko.